Hanse-Wendland-Radweg

Logo des Hanse-Wendland-RadwegsHeide, Wendland, Altmark – eine spannende Zeitreise durch beeindruckende Landschaften zu einigen der ältesten Bauwerke Deutschlands.

Länge: 163 km – Etappen: Uelzen – Bad Bodenteich – Salzwedel – Lüchow – Rosche – Uelzen


Der „Hanse Wendland Radweg“ führt Sie durch die beeindruckenden Landschaften der Altmark, des Wendlandes und der Lüneburger Heide. Auf meist abgeschiedenen Wegen durchqueren Sie dichte Wälder und grüne Auen. Schatten spendende Straßenbaumalleen breiten ihr Blätterdach schützend aus und leiten Sie durch malerische Dörfer. Störche, Wildgänse und andere Wald- und Wiesenbewohner lassen sich vom Fahrrad aus beobachten.

Eine Zeitreise ins Mittelalter

Die Fahrt zu den Naturschönheiten ist zugleich ein spannender Ausflug in die Vergangenheit. Rund 200 Städte gehörten zur Hanse, einem Schutz- und Handelsbündnis, das vom späten 12. bis Mitte des 17. Jahrhunderts wirkte. Es verband viele kleine Märkte zu einem gemeinsamen Wirtschaftsgebiet. Der daraus entstehende Bedarf an Handelsgütern prägte den ländlichen Raum, indem er die Spezialisierung auf bestimmte Rohstoffe und Waren förderte. So wurden der Flachsanbau und die Leinweberei ein wichtiger Erwerbszweig im Wendland und in der Altmark.

Zwei Hansestädte, Uelzen und Salzwedel, werden Sie durchqueren. Lüchow, die dritte Stadt auf Ihrer Route, zählte nicht zur Hanse. Durch das Flüsschen Jeetze(l), einem wichtigen Transportweg der Salzwedler Schiffer, profitierte sie dennoch vom Warenumschlag.

Prächtige Bauwerke, trutzige Gotteshäuser

Trotz Krieg und Zerstörung zeugen noch heute prächtige Bauwerke vom Wohlstand der hanseatischen Geschäftsleute. Außerhalb der Städte erinnern vor allem die kleinen Dorfkirchen an die Hansezeit. Sie zählen zu den ältesten erhaltenen Bauwerken Deutschlands. Angesichts marodierender Raubritter, Kriegen, Krankheiten, Naturkatastrophen und anderer Alltagsgefahren blieb den Menschen auf dem Land meist nur das Gebet. Für den Bau der trutzig wirkenden Gotteshäuser nutzte man bis ins 15. Jahrhundert Feldsteine. Die gab es aus den Geschieben (dem Geröll) der letzten Eiszeit im Überfluss.

Ihre Zeitreise wäre unvollständig ohne einen Besuch der ehemaligen Wasserburg in Bad Bodenteich. Die teils restaurierte, teils wieder errichtete Anlage bietet mit dem Burgmuseum, Robin-Hood-Castell, einem Lehrpfad zur Medizingeschichte und dem „400 Wasser-Barfußpfad“ vielfältige Möglichkeiten, um in die Welt des Mittelalters einzutauchen. Jeweils am letzten Wochenende im April vermittelt ein mehrtägiger Markt mit Händlern, Gauklern und Ritterspielen Einblick ins mittelalterliche Wirtschaftsleben.

Sich über Kreis- oder Ländergrenzen zu bewegen, wie es auf dieser Radtour geschieht, war einst undenkbar. Im Gegenteil wurden im 14./15. Jahrhundert zwischen Schafwedel und Thielitz (und an anderen strategisch günstigen Stellen) „Landwehren“, angelegt. Die oft mit Dornen bewachsenen Erdwälle mit vorgelagertem Graben besaßen nur wenige Durchlässe, sodass man den Verkehr kontrollieren und Zoll einnehmen konnte. Glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei, und außer vielleicht etwas Gegenwind werden sich Ihnen auf Ihrer Fahrt keine Hindernisse in den Weg stellen. Wir wünschen viel Spaß auf Ihrer hoffentlich erlebnisreichen Tour!


Neue Radkarte weist den Weg

Karte des Hanse-Wendland-RadwegsWas Sie sonst noch wissen sollten: Über die Bahnhöfe in Salzwedel, Schnega, Wieren, Stederdorf, Uelzen und Bad Bodenteich ist die bisher noch unbeschilderte, auch für „Neuaufsteiger“ geeignete Strecke per ÖPNV gut erreichbar. Ab 2021 ist die Beschilderung des Weges, zunächst in den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg, geplant. Mit der kostenlosen Radkarte und den GPS-Daten (unten auf dieser Seite, im Bereich „Download“) können Sie Tour aber jetzt schon problemlos fahren.

Schnittstellen zu anderen Radfernwegen:
Weser-Harz-Heide-Radweg, Lüneburger Heide-Radweg, Altmarkrundkurs, Iron Curtain Trail, Grünes Band

Hansestadt Uelzen

Uelzen, Lüneburger Straße. Foto: Heideregion Uelzen
Uelzen, Lüneburger Straße. Foto: Heideregion Uelzen

Im 14. Jahrhundert wurde Uelzen Mitglied der Hanse. Die Stadt entwickelte sich zu einem wichtigen Handelsplatz für Leinen und Tuch, Honig und Holz, Getreide und Töpferwaren. Von dieser Blütezeit zeugen noch heute prächtige  Fachwerkfassaden und stolze gotische Backsteingebäude wie die St. Marien Kirche mit Propstei, die Ratsweinhandlung oder das Gildehaus. Das Zentrum verbindet städtisches Flair mit ländlicher Gemütlichkeit und lädt die Gäste ein, durch die Marktstraßen zu bummeln oder in eines der vielen Cafés und Restaurants einzukehren.

Tipp: Uelzen liegt in der zertifizierten ADFC-Radreiseregion, die 40 beschilderte Rundtouren mit ca. 1.000 km Streckennetz anbietet.

Hundertwasser-Bahnhof Uelzen

Aus einem Bahnhof der Kaiserzeit hat der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser eine begehbare Märchenwelt gezaubert, die nicht nur Zugreisende in ihren Bann zieht: Spiegelnde Mosaike und bunte Säulen, goldene Kugeln, tanzende Fenster und bewaldete Dächer lohnen unbedingt eine ausführliche Besichtigung.

Logo der Hansestadt UelzenStadt- und Touristinformation Uelzen
Herzogenplatz 2
29525 Uelzen
Tel.: 0581 800 61 72
tourismusinfo@stadt.uelzen.de
www.hansestadt-uelzen.de

Hansestadt Salzwedel

Salzwedel_Burggarten Foto Björn Gäde CC-BY-SA, 3.0
Salzwedel, Burggarten. Foto: Björn Gäde CC-BY-SA, 3.0

Besonders schön und liebevoll restauriert liegt die alte Hansestadt am Rand der altmärkischen Kulturlandschaft durchflossen vom kleinen Flüsschen Jeetze(l). Ein geschichtliches Kleinod ersten Ranges erbauten die geschäftstüchtigen Kaufleute der Hansezeit, sodass heute städtisches Treiben und kulturelle Vielfalt in imposanter Kulisse von Backstein und Fachwerkbauten gedeihen. Neben den zahlreichen Baudenkmälern ist Salzwedel berühmt für seinen Baumkuchen. Der originale Salzwedeler Baumkuchen wird seit nahezu 200 Jahren in Manufakturen über offenem Feuer direkt vor Ort gebacken – lecker!

Grenzen spielten in der Geschichte Salzwedels stets eine Rolle, hier trafen alte Territorien und Hoheitsgebiete aufeinander. Seit dem Fall der innerdeutschen Grenze verbindet Salzwedel nun die Altmark mit dem Wendland. Dem Radreisenden wird auffallen, dass die typischen altmärkischen Zeilendörfer und auch die Häuser selbst nur wenige Kilometer entfernt im Wendland ganz anders angelegt werden und aussehen. Alleen, kleine Dörfer und Feldsteinkirchen prägen das „Grüne Meer” Altmark bis an die Elbe.

Tourist-Information Salzwedel
Neuperverstraße 29
29410 Hansestadt Salzwedel
Tel.: 03901 422 438
tourist-info@salzwedel.de
www.kultour-saw.de

Bad Bodenteich

Burg Bodenteich. Foto: Torsten Nowotny
Burg Bodenteich. Foto: Torsten Nowotny

Das gemütliche kleine Städtchen ist ein Mekka für Erholungssuchende Kur- und Feriengäste, hier lohnen sich das Verweilen, das Bummeln und die Teilnahme an den zahlreichen Kultur- und Freizeitangeboten. Im Ortszentrum liegt der 20 ha große Kurpark, das Herz der Anlage besteht aus drei Seen mit 8 ha Wasserfläche, umstanden von schattenspendenden Bäumen. Direkt an den Kurpark angrenzend liegt die alte Burg Bodenteich und nicht weit vom Zentrum entfernt sind das Waldschwimmbad und die nahe Bodenteicher Heide Ausflugsziele, die sich lohnen. Das ländlich geprägte Umland mit seinen schönen Dörfern und Alleen ist durchzogen von Wald, Auen, Heidegebieten und Moorflächen – ursprünglich, naturnah und schön.

Museum Deutsche Einheit und Burgmuseum
Als Informations- und Dokumentationszentrum gibt das Museum Deutsche Einheit im Brauhaus der Burg Bodenteich einen Überblick über die ehemalige innerdeutsche Teilung. Das Burgmuseum im Hauptgebäude der Anlage zeigt die wechselvolle Geschichte des alten Marktfleckens auf.

Kurverwaltung und Tourist-Information Bad Bodenteich
Burgstraße 8
29389 Bad Bodenteich
Tel.: 05824 35 39
tourismus@sg-aue.de
www.samtgemeinde-aue.de

Lüchow (Wendland)

Lüchow, Kirchstraße. Foto Rabanus Flavus, CC0
Lüchow, Kirchstraße. Foto Rabanus Flavus, CC0

Die idyllische Fachwerkstadt Lüchow ist als Kreisstadt Mittelpunkt des hannoverschen Wendlandes und auch das Zentrum und Herzstück für die vielen Künstler und Kunsthandwerker, die sich dort angesiedelt haben. Zahlreiche malerische Rundlingsdörfer umkränzen Lüchow, außerdem prägen die Flusslandschaft der Jeetze(l) sowie der Höhenzug des Drawehn das Landschaftsbild des Wendlandes.

Nach dem 2. Weltkrieg teilte die Zonengrenze zwischen Wendland und Altmark, Deutschland in Ost und West. Das Wendland ragte als östlichster Zipfel der BRD in die DDR hinein. Geringe Infrastruktur, wenig Industrie und eine starke landwirtschaftliche Ausprägung haben geholfen das Landschaftsbild des Wendlandes zu erhalten. Entlang des Eisernen Vorhangs entstand „Das Grüne Band Deutschland”, ein Refugium für seltene Tier- und Pflanzenarten.

Mit Widerstand und Phantasie gegen die Atomanlagen in Gorleben, hat sich das Wendland in eine kreative und zukunftsorientierte Region verwandelt. Sie bietet den Besuchern mit ihrer weitestgehend intakten Natur, den Rundlingsdörfern, Ateliers und Werkstätten ein breites Spektrum an Raritäten, Kuriositäten und Spezialitäten.

Gästeinformation Lüchow
Amtshof 2a
29439 Lüchow (Wendland)
Tel.: 05841 974 73 86
info@region-wendland.de
www.region-wendland.de